Urlaubswellen sind CoronaWellen

PETER HAVEL (ph): Ein kritischer Kommentar vor der Urlaubszeit sei erlaubt, denn mancher Orts jubelt man über die Möglichkeit auf Urlaub zu fahren und schon ist die 2. Welle an unkontrollierter Infektion vorhanden. Ein Ausflug in die Vergangenheit leert, was uns erwartet.

Offene Grenzen, Reisefreiheit ist ein hohes Gut und die nationalen Schranken sind schnell überwunden worden. Vor einigen Jahren war noch der Stacheldraht und Grenzposten mit Maschinengewehren vorhanden und heute ist nicht einmal ein Schranken an manchen staatlichen Borderlines zu finden. Was vor vielen Jahren noch undenkbar, ist bis vor Kurzem Realität gewesen.

Doch jetzt hat 2020 ein Virus diese Grenzen überschritten und breitet sich unvermindert dort aus, wo die Nähe, die Regeln und die Einstellung zur Krankheit COVID-19 es zulässt. Dabei mutiert das Virus um sich an Temperatur, andere Viren, Feuchtigkeit, Strahlung und andere Parameter anzupassen.

Das Coronavirus ist nicht nur ein Virusstamm, sondern ist zusammengefasst in einer Familie von Coronaviren. Da gibt es einmal die relativ harmlosen. Die häufigsten humanpathogenen Coronaviren, das Alphacoronavirus 229E und das Betacoronavirus OC43, die via Sekrettröpfchen oder kontaminierte Hände bzw. Oberflächen von Mensch-zu-Mensch übertragen werden, führen üblicherweise zu einer milden Infektion des oberen Respirationstraktes. (Quelle: ages.at).

Dann gibt es die ganz schlimmen Coronaviren, z.B. das SARS-Coronavirus (SARS-CoV) und das MERS-Coronavirus (MERS-CoV), dass eine schwere Erkrankung herbeiführen kann und in vielen Fällen bei entsprechendem Alter und Vorerkrankung zum Tod führt.

Das heißt, wenn man Antikörper gegen Coronaviren hat, so wäre es gut, wenn es die richten Antikörper sind und nicht irgendwelche. Genauso wie bei den Grippeviren ist die Wahrscheinlichkeit gegen die richtigen Viren immun zu sein, relativ gering um sich wirklich sicher zu fühlen.

Die Übertragung der Viren ist sehr vom Abstand und von der Wahrscheinlichkeit geprägt, ob die Atemluft, die möglicherweise infiziert ist, in den Schleimhautbereich der Nase, des Mundes oder anderer Öffnungen gelangen um sich dort festzusetzen. Mehr oder minder jedes Jahr bescheren uns die Skiferien im Jänner, Februar eine Erkältungs- und Grippewelle auf hohen Niveau, weil die Menschen Ihre Zeit miteinander auf teilweise engsten Raum genießen wollen (Seilbahnen, Skihütten und Verkehrsmittel). Wenn jemand krank ist und herumrotzt, vielleicht sogar mit Fieber arbeiten geht, weil er um seinen Job fürchtet, dann ist die nächste Grippewelle im Anrollen.

Beim Coronavirus gibt es das auch, aber üblich sind derzeit eher höhere Temperaturen, weniger Atemwegserkrankungen durch mehr Freiluftaktivitäten. Aber auch dort kann es vermehrt zu Übertragungen kommen und dort wo es heiß ist, drehen die Menschen die Klimaanlagen auf und die sorgen regelmäßig für kräftige Infektionensherde.

Wenn nun eine Urlaubsregion 10x mehr Erkrankte aufweist, so ist die Gefahr einer Ansteckung auch entsprechend höher. Aber bereits auf den Weg dorthin ist die Gefahr einer Verbreitung gegeben. In nicht weniger als 14 Tagen werden die Zahlen wieder massiv ansteigen und viele Urlaubsregionen werden zu wahren Quarantäneorten werden. Es ist daher ratsam sich vorweg über die Fallzahlen zu informieren.